Noisy Neighbours

Mit dem selbstbetitelten Drittling hat sich das heute als Fivepiece agierende österreichische Bandgefüge endgültig in die Undefinierbarkeit bugsiert. Zwar wird mit Begriffen wie Noiserock, Trip Hop, Krautrock, Wave, Punk und sonst was um sich geworfen, doch nichts, aber auch gar nichts kann auch nur ansatzweise wiedergeben, was auf vorliegendem Achtsöngler geschieht. Höllisch intensiv, in allen Konsequenzen freigeistig, loten Code Inconnu mit ihren verschrobenen Kompositionen die Grenzen des Machbaren aus — und somit die Aufnahmekapazität des Hörers. Ätherisch, hypnotisch, depressiv und doch befreiend, auf sämtliche Standards exkremierend und doch heimelig — die Band widerspricht sich permanent selbst und kultiviert dies. Ihre Musik wirkt wie ein Höllentrip, der abhängig macht. So muss sich die Sucht nach Schmerzen anfühlen. Eine Sucht, die einen permanent taumeln lässt. So wie auch die zahlreichen leiernden, portamento-artigen Tonverschiebungen taumeln — als drehe jemand ganz langsam an einem Rädchen. Am großen Bruder, dem Rad drehe ich. Schlüpferwechsel.
Chris P. / noisy neighbours / 2010